Lange Tage - die Ausstellung zum Virus

Der Rüsselsheimer Kunstverein nimmt die Pandemie und die dadurch ausgelöste Krise zum Anlass für ein Ausstellungsprojekt und fragt befreundete Kunstler*innen nach künstlerischen Interventionen. Die Schau wächst zunächst nach und nach auf unseren digitalen Plattformen und wird – sobald das möglich ist – im Stadt- und Industriemuseum zu sehen sein. Denn keine virtuelle Präsentation ersetzt die reale Begegnung mit Kunst.

Lange Tage # 30

Roman Köller, Ein Comic von Roman Köller zum Thema dieser Tage
2020, Zeichnung im Digitaldruck, Hahnemühle Fine Art Print, 60 x 40 cm, Aufl. 15,50€

Roman Köller, *1982, Designstudium an der Hochschule für Gestaltung, Offenbach am Main verbunden mit einem Fulbrightstipendium am Massachusetts College of Art und dem Massachusetts Institute of Technology, 2009 Diplom in Illustration an der HfG Offenbach. Kurator von illust_ratio Rüsselsheim, einer international ausgerichteten Kunstreihe von Kunstverein Rüsselsheim und Kultur123 Stadt Rüsselsheim.

Ihn beschäftigt das wechselseitige Verhältnis zwischen Kunst und Kommunikation.


Lange Tage # 29

Helmut Mair, #117, #118, #119 aus der Serie Hrönir 
2020, Öl auf kaschierter Spanplatte, je 13 x 18 cm, à 280,- €

Helmut Mair, *1963 in Mayen, Studium der Philosophie und Kunsterziehung sowie der Freien Bildenden Kunst, Akademie der Bildenden Künste, Gutenberg Universität Mainz, Meisterschüler von Prof. Klaus Vogelgesang, Lehraufträge für Zeichnung und Malerei ebenda, Kulturpreisträger des Rheingau-Taunus-Kreises.

Die Malereien von Helmut Mair setzen sich mit der Macht medialer und technisch geprägter Bilder auseinander. Ihrer Glätte und Makellosigkeit stellt er eigene persönliche und existentielle ästhetische Erfahrungen gegenüber. Seine „Portraits“ und „Graustufenmalereien“ zeigen oft Menschen mit Lebenszeichnungen. In den Serien „Movie Capture Paintings“ und „Hrönir“ werden Filmbilder mit unterschiedlichen Störungsnotationen versehen.


Lange Tage # 28

Frank Wesp, Abstandsregel
Fotografie, 40x42 cm, analoger Silbergelatineprint, 2015,  250,- €, mit Rahmen 350,- € 

Frank Wesp, *1957, Beschränkung auf die SW-Fotografie in ihrer entschleunigten Art. Beständige Weiterentwicklung, auch seiner oft ungewöhnlichen Arbeitsweisen in diesem Bereich.

Architektur, Industrie und Landschaften, fotografiert mit größeren Filmformaten, bilden seine bevorzugte Themenwahl. Regelmäßig Einzel- und Gruppenausstellungen.

Frank Wesp lebt und arbeitet in Nauheim bei Gross-Gerau.


Lange Tage # 27

Robert Deutsch, quarantine was bobby time
2020, Illustration, 21 x 30cm, digital colorierte Zeichnung, fine art print auf Hahnemühle, 40,- €

Robert Deutsch, studierte in Halle Kommunikationsdesign bei Prof. Georg Barber/Atak und
arbeitet seit 2012 freiberuflich als Illustrator und Grafikdesigner. Seine Arbeiten wurden unter
anderem in Porto, Berlin, Leipzig und Los Angeles ausgestellt und in zahlreichen Magazinen
veröffentlicht: u.a. im Zeit Magazin, Monopol (D), Arte (Fr), Spiegel.
Seine Arbeiten wurden mehrfach nominiert und ausgezeichnet (z.B.: GermanDesign Award
2015 und 2016; sächsischer Staatspreis für Design 2018; Art Directors Club Germany 2019).
Er lebt und arbeitet in Leipzig.


Lange Tage # 26

Axel Schweppe, Warten
2020, Klangarbeit, Video, zum Klang: https://vimeo.com/400214935

Axel Schweppe *1957, Studium Musik, Ethnologie und Philosophie, Goethe Universität, Frankfurt

Im Zentrum seiner Arbeit stehen Verbindungen, Wechselwirkungen und Begegnungen von Sicht- und Hörbarem. Es entstehen Klangskulpturen, Installationen, Wandarbeiten, Videos, Konzerte und Klangaktionen.


Lange Tage # 25

Vollrad Kutscher, Schlachtenlandschaft ABC
1972, Farblithographie, 61 x 74cm, Auflage 5, 1500 €

Vollrad Kutscher, *1945, gilt als einer der vielseitigsten Künstler unserer Zeit. Er ist beeinflusst von der Avantgarde-Bewegung der 60er Jahre, von Entwicklungen auf den Feldern Film, Happening und Performance. Sein künstlerisches Vokabular umfasst Fotografie, Fotogramm, Licht- und Videoprojektion, Skulptur, Klanginstallation, Film- und Performance, wobei sich bei ihm die einzelnen Felder vielfältig kreuzen und durchdringen. Seine Hauptthemen kreisen um Selbstvergewisserung, Identität, Individualität, Ethik, Schönheit und Moral in einer Zeit der Verunsicherung des Ich durch den globalen Wandel. Vollrad Kutscher geht aus von der Erfahrung des Mehrschichtigen, des Nichteindeutigen und Unperfekten als Grund menschlicher Existenz.
Vollrad Kutscher lebt und arbeitet in Frankfurt.


Lange Tage # 24

Birgid Helmy, Virologen
2020, Installation Terrakotta farbig gefasst, Draht, Styroporchips, Christbaumkugeln 17,5 x 13,5 cm, Unikat 3.200,-€, als Print 17,5 x 13,5 cm auf Hahnemühle Fine Art Print, Aufl. 8, 150,-€

Eilmeldung der WHO: Künstler suchen nach einem Impfstoff. Das neue Virologenteam ist heute auf Corona gelandet. Die erste Expedition startet morgen und wir hoffen, bald positive Nachrichten übermitteln zu können.

Birgid Helmy, *1957 | Studium der Bildhauerei an der Akademie für Bildende Kunst Universität Mainz bei Frau Prof. Biederbick | Diplom 2001 | Meisterschülerin 2002 | Zahlreiche Stipendien, Einzel- und Gruppenausstellungen | Viele ihrer Arbeiten befinden sich in öffentlichen Sammlungen und im öffentlichen Raum.

 


Lange Tage # 23

Philipp Hennevogl, Weide
2020, Linolschnitt, Reduktion, 6 Farben, Druck: 55 x 41,3 cm, Papier: 69 x 53 cm, Auflage 12, Preis: 1300,- € (o. R.)

Die Weide ist ein im Vorbeigehen entdecktes Stück Wildnis. Das Neben-, Gegen- und Miteinander ist deutlich sichtbar. Man meint sehr viele verschiedene Pflanzen zu sehen. Es sind aber gar nicht so viele. Das Durcheinander ist scheinbar groß und doch gibt es eine Art Ordnung. Die große Frage ist: Was liegt darunter? Was spielt sich dort ab? Man ertappt sich dabei, das Darunter zu fürchten (Philipp Hennevogl, 2020).

Philipp Hennevogl, * 1969 in Würzburg hat an der Universität Kassel, Freie Kunst studiert und sich dem Linolschnitt zugewendet. Ausgangspunkt seiner Bilder ist eine Fotografie, die er durch die Transformation ins Schwarz-Weiß und den Schnitt ihrem Ursprung entzieht. Gerade auf Grund der überbordenden Detailfülle lösen sich seine oft großformatigen Arbeiten ganz von ihrer Vorlage. Philipp Hennevogl lebt und arbeitet in Berlin.


Lange Tage # 22

Majla Zeneli, ohne Titel

2019, Collage mit Mezzotintodruck, 12,4 x 9,4 cm, Unikat, courtesy Jarmuschek und Partner, Berlin, 1250,- € mit Rahmen (Museumsglas)

Majla Zeneli, *1980 in Tirana. Seit ihrem Studium in Breslau und Halle (Saale) hat sich die in Berlin lebende Künstlerin in ihren künstlerischen Arbeiten den zwei großen Themenkomplexen Collage und Druckgrafik gewidmet. Besonders die aufwändige und facettenreiche Technik des aus dem 17. Jahrhundert stammenden Mezzotinto-Drucks hat sie dabei immer weiter für sich erschlossen. Mit seinen besonderen Möglichkeiten zur Erzeugung malerischer Qualität, bildimmanenter Stimmung und Atmosphäre war dieses Tiefdruckverfahren in zahlreichen Genres der Kunstgeschichte beliebt. In Majla Zenelis Werk erfährt es eine neue Aktualität und eine im besten Sinne zeitgenössische Verwendung.


Lange Tage # 21

Thomas Marutschke, We are Family
2020, Digitale Arbeit, 40 x 40 cm, Hahnemühle Fine Art German Etching, Aufl. 12, 150,-€

Thomas Marutschke gestaltet als freier Illustrator und Designer für Werbung, Editorial und Auftraggeber im Dekorbereich. Darüber hinaus entstehen großformatige Druckgrafiken zu unterschiedlichen Themen. Er lebt und arbeitet in Rüsselsheim.


Lange Tage # 20

Björn Kuhligk, Die auf Abstand gehaltene Welt #2,
2020, Foto, 40x30 cm, Hahnemühle Fine Art Print Rag, Aufl. 12, 200,-€

Björn Kuhligk, * 1975 in Berlin, lebt dort. Neben seiner Tätigkeit als Autor von Gedichten, Reiseliteratur, Glossen und literarischen Reportagen sowie als Herausgeber von Anthologien ist er vermehrt als Fotograf aufgetreten. Sein erstes Fotobuch „Schöne Orte“ erschien 2019 im Mikrotext Verlag. Für sein neues Foto-Projekt „Die auf Abstand gehaltene Welt“ läuft er derzeit viel durch Berlin.


Lange Tage # 19

Line Hoven Ono & Lennon,
2020, Schabkarton, 18x24 cm, Original 840,-€ (als Siebdruck auch erhältlich: https://linehoven.bigcartel.com)
aus der Serie »Paargespräche« für chrismon


Text: Jochen Schmidt

"Hörst du mir überhaupt zu?"

Yoko: Man soll Teelichter nicht zu Figuren aufstellen, weil sie nebeneinander explodieren können.
John: Tatsächlich?
Yoko: Hörst du mir überhaupt zu?
John: Ich glaube schon.
Yoko: Und was habe ich gerade gesagt?
John: Das liegt zu kurz zurück, um mich zu erinnern.
Yoko: Du könntest dich nicht mal erinnern, wenn du mir zugehört hättest.
John: Bei langjährigen Partnerschaften ­filtert das Gehirn zunehmend die Stimmfrequenz des Partners.
Yoko: Deshalb bemühe ich mich ja, mich ­immer wieder in überraschenden Frequenzen an dich zu wenden.
John: Warum stellst du denn jetzt den ­Wecker, ich denke, wir machen Mittagsschlaf?
Yoko: Weil ich nicht zu spät zum Achtsamkeits­kurs kommen will.
John: Die Stones stellen sich bestimmt nie einen Wecker.
Yoko: Nein, die nehmen Aufputschmittel.
John: Ich kann nicht einschlafen, wenn ich weiß, dass demnächst der Wecker klingelt, das hat so etwas Schicksalhaftes.
Yoko: Ich kann mich ja mit meiner Stimme wecken lassen, dann hörst du es nicht.

Line Hoven, *1977, gilt als eine der wichtigsten Vertreterinnen der neuen deutschen Comic-Generation. Ihre mehrfach ausgezeichneten Bilder und Bildgeschichten, die sie ebenso präzise wie pointiert aus Schabkarton herausarbeitet, erscheinen in Magazinen, Zeitungen und Verlagen.

Line Hoven lebt in Hamburg und arbeitet freiberuflich als Illustratorin und Comiczeichnerin für diverse Auftraggeber wie Magazine, Zeitungen und Verlage.

Jochen Schmidt, *1970 in Berlin geboren, studierte dort Informatik, Germanistik und Romanistik. Er war Mitbegründer der Berliner Lesebühne "Chaussee der Enthusiasten"


Lange Tage # 18

Jan Dörre, Kleine Invasion
2015, Öl und Eitempera auf Leinwand, 50x65 cm, 4.300,- €

Jan Dörre geboren in Arnstadt, studierte von 1991 bis 1999 Malerei und Grafik an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig (HGB) bei Prof. Sighard Gille. Schon während des Studiums beschäftigte er sich überwiegend mit der traditionsreichen Bildgattung des Stilllebens. Bis heute bedient er sich aus diesem unerschöpflichen Fundus, arrangiert leblose oder zumindest stille Dinge und Lebewesen in kleinen konstruierten Räumen.


Lange Tage # 17

Werner Neuwirth, Wait and See
2006, Aquarell, 36,5×46 cm, 650,– €

Werner Neuwirth *1950 in Gurk, Österreich, 1975 Studium der freien Malerei bei Karl Bohrmann, Frankfurt/Main (Städelschule), seit 2003 Mitglied der Darmstädter Sezession.
Lebt und arbeitet in Rüsselsheim und Gurk. Zahlreiche Arbeiten in öffentlichen Sammlungen, sowie in nationalen und internationalen Privatsammlungen. Kontinuierlich Ausstellungen im In- und Ausland.

Werner Neuwirths flüchtige Bildwelten sind bevölkert von durchlässigen, ätherischen Elementarwesen. So erscheinen die „Wasserkinder” vor dem Hintergrund eines weiten Sees selbst wie ein Ensembles von leichten Wellen und auf der Wasseroberfläche schillernden Lichtreflexen. Die idyllische Szene allerdings vor einem riesigen farbigen Strudel, der durch seine Sogwirkung die „romantische” Intimität bedrohlich hinter fängt. Jedes Happy-End wird in diesem absurden Bildraum erfolgreich verhindert.
Dr. Peter Joch, Katalog „Die letzten Romantiker”


Lange Tage # 16

Eva Pietzcker, Nebelmeer 2
Holzdruck, 2020, 32 × 96 cm, 600,– €

Eva Pietzcker, *1966, lebt und arbeitet seit dem Abschluss ihres Malereistudiums, an der Kunstakademie Nürnberg, als bildende Künstlerin in Berlin. Sie arbeitet mit druckgraphischen Mitteln, vor allem dem japanischen Holzschnitt, an klassischen Bilderthemen wie Landschaft und Stillleben. Ihre Arbeiten befinden sich in nationalen und internationalen öffentlichen Sammlungen.


Lange Tage # 15

Matthias Beckmann, Wofür die Sachen gut sind
2020, Bleistift auf Papier, 29,7 × 21 cm, Serie von drei Zeichnungen: 1400,– €, eine Zeichnung: 700,– €

Zum Zeichnen gehe ich am liebsten raus, in ein Museum, in ein Einkaufszentrum, an einen Ort, den ich mir aussuche. Dahin, wo es etwas zu sehen und zu zeichnen gibt. Wenn ich nicht nach draußen will oder kann, bin ich zu Hause und überlege, was es dort zu sehen gibt. Es ist gut, dass es viele Sachen gibt. Anfang des Jahres hatte ich versucht, einiges wegzuwerfen, was mir auch gelungen ist. Jetzt vermisse ich einige Sachen, aber die meisten eher nicht. Man weiß nie vorher, wofür die Sachen später gut sind. Die meisten Dinge benutze ich so, wie ich sie immer benutzt habe. Andere Dinge benutze ich auch mal anders. Ich bin froh, dass es Sachen gibt, die ich jetzt gut gebrauchen kann. Zum Beispiel all die schönen Bücher mit den vielen Bildern. Und auch Bücher, die ich noch nicht gelesen habe. Die Bilder aus den Büchern zeichne ich ab, verändere sie ein wenig, kombiniere sie miteinander, übe das Sehen und das Zeichnen und merke, dass ich noch was lernen kann. Von Raffael sowieso, von den anderen auch. Auch schön, dass Strom, Licht, Wasser, Gastherme, Telefon und Internet funktionieren und dass es genug Platz gibt, auch wenn ich sonst denke, dass es mehr Platz sein könnte.
Matthias Beckmann im April 2020

Matthias Beckmann, (*1965) zeichnet vor dem Motiv und benötigt dafür keine Fotografien. Er hat schon als Kind gerne gezeichnet und damit nie aufgehört. Nach dem Studium an den Kunstakademien in Düsseldorf und Stuttgart lebte er 11 Jahre in Köln, bevor er 2003 nach Berlin zog. Matthias Beckmanns künstlerische Arbeit wurde durch Preise und Stipendien gefördert und seine Zeichnungen finden sich in vielen grafischen Sammlungen der Museen.


Lange Tage # 14

Martina Altschäfer, Bubble 1
17×13 cm, Farbstift, Gouache und Pastellkreide auf schwarzem Karton. gerahmt in silbernem antikem Rahmen, 2020, 750,– €

Martina Altschäfer, *1960, lebt und arbeitet in Rüsselsheim
1981-91 Studium der Freien Kunst an der Johannes Gutenberg Universität, Mainz und an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf, Klasse Prof. Konrad Klapheck , Meisterschülerin von Prof. Konrad Klapheck. 1986 Förderpreis der August-Müller-Stiftung, Rheinland-Pfalz, 1987 Förderstipendium der Johannes Gutenberg-Universität, Mainz, 1988 Johannes Gutenberg Stipendium der Stadt Mainz, 1989 Burgund-Stipendium des Landes Rheinland-Pfalz, 1990 Preis des Kunstvereins Eisenturm, Mainz, 1992 Preis des Landes Rheinland-Pfalz für Graphik, 1990-1997 Lehraufträge für Zeichnung und Malerei an der Johannes Gutenberg-Universität, Mainz und an der Fachhochschule Wiesbaden, 2010 Arbeitsaufenthalt in der Casa Zia Lina, Elba, als Gast der Stiftung Dr. Robert und Lina Thüll-Dürr (Schweiz).


Lange Tage # 13

Thomas Fuchs, Focus your Fear
Illustration, 2020, Acryl, digital bearbeitet, 200,– €

Thomas Fuchs hat bei Heinz Edelmann an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart studiert. Er arbeitete direkt nach seinem Studium viele Jahre in New York. Thomas Fuchs lebt seit 2012 in Berlin. Die Großen der amerikanischen Presse- und Zeitschriften- landschaft gehören zu seinen Kunden, sie alle illustrieren ihre Texte, Reportagen und Geschichten mit den Arbeiten von Thomas Fuchs. Er arbeitete und arbeitet u.a. für: The New York Times, The New Yorker, Time, The Wall Street Journal, Rolling Stone, Chicago Tribune, Los Angeles Times. In Europa für die Wirtschaftswoche, Stern, Spiegel, Süddeutsche Magazin und FAS. Seine Arbeiten wurden ausgezeichnet von der Society of Illustrators, American Illustration, Communication Arts, Art Directors Club in Deutschland und New York.


Lange Tage # 12

Bengt Fosshag, Die Joggerin
Kugelschreiber auf Papier, digital bearbeitet, 2020, 200,– €

Der UNVERHOFFTE: Die Welt wird nicht einfacher. Da sind die Pfunde. Da ist der Wille sie zu bezwingen. Das ist der Bussard mit seinen Jungen, der keine Unruhe will. Und dann steht er da, unerwartet, unerwünscht und will nicht weichen.

Bengt Fosshag, *1940, Studium an der Werkkunstschule Offenbach, Artdirektor bei verschiedenen Werbeagenturen und Automobildesigner bei Opel. Von 1971 bis 1983 Inhaber des Kreativ-Studios SIGN. Freischaffender Illustrator, der neben seinen freien Arbeiten für Zeitungen und Zeitschriften (WIWO, FAS, Zeit, Spiegel u.a.) auch in der Werbung (Mercedes, Audi, Werner und Merz, DB, u.a.) sowie für verschiedene Buchverlage gearbeitet hat. Er wurde vielfach ausgezeichnet. War Mitglied des deutschen Art Director Clubs (ADC) und des Deutschen Designer Clubs (DDC).


Lange Tage # 11

 

Bettina Müller, Corona II
April 2020, Linoldruck auf Edeka samtweich, 5-lagig, 3 Motive in einer Auflage von 10, 14 × 10,5 cm, 150,– €

Corona II
Corona, lateinisch – die Krone.
Die Edition der ›Coronapapers‹ ist als Dank für die Spender von Papierblättchen der gezeichneten Serie Kostbarkeiten entstanden. Historische Kronenformen in Linol geschnitten und mit einer Tortillapresse auf eine besonders schöne Sorte, vorhandenen Klopapiers, gedruckt.

Betina Müller, Studium Visuelle Kommunikation an der Hochschule der Künste Berlin, Meisterschülerin bei Prof. Helmut Lortz. 1984 bis 1994 freiberuflich für Auftraggeber aus den Bereichen Kunst, Musik, Didaktik sowie für kulturelle Institutionen und Verlage im eigenen Atelier tätig. 1992 bis 2016 Professorin für Typografische Gestaltung am Fachbereich Design an der Fachhochschule Potsdam. Seit 1994 Leitung des Vacat Verlages in Potsdam. Sie lebt und arbeitet in Potsdam und Berlin.


Lange Tage # 10


Hans Pfrommer, Selbst als Influencer II
2020, Öl auf Holz, Durchmesser 38,3 cm, 1000,– €

Hans Pfrommer,*1969 Stuttgart geboren, 1990 – 2000 Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, 1997 Stipendium Villa Vigoni in Loveno du Menaggio, 2012/13 Stipendium Cite Internationale des Arts, Paris. Lebt und arbeitet in Stuttgart und Bachem.


Lange Tage # 9

Anke Becker, aus der Serie economic words
Edding auf Zeitungsausschnitten aus der „Financial Times“, 2020, Breite jeweils 5 cm / Höhe zwischen 10 und 16 cm, Preis jeweils 350,– €

Anke Becker (*1971 in Frankfurt am Main), lebt und arbeitet als bildende Künstlerin in Berlin. Anke Becker ist Initiatorin und Leiterin des internationalen Ausstellungsprojekts <a href="https://www.anonyme-zeichner.de">„Anonyme Zeichner“</a>. Beckers Arbeiten entfalten Ihre Wirkung in Form vielteiliger Serien an denen sie oft über einen langen Zeitraum hinweg arbeitet: Ein Grundmotiv wird in zahlreichen Variationen immer wieder neu durchgespielt, Zeichnung und Text werden miteinander verschränkt. Gibt es eine verborgene Schönheit hinter den täglichen Nachrichten aus Welt der Ökonomie? Visuelle Poesie versus Finanzkrise? Seit 2012 zeichnet die Künstlerin in regelmäßigen Abständen economic words: Durch das partielle Ausstreichen von Wörtern aus Artikeln der Wirtschaftszeitung „The Financial Times“ kommen persönliche Kurznachrichten zum Vorschein.


Lange Tage # 8

Mario Hergueta, AGNST
Edition 2020, Technik: Malerei auf Holz, 420 ×297mm, montiert auf Keilrahmenleisten (Maße variabel), Auflage: 19, Preis je Motiv: € 190,– netto

Manchmal genügt das Umstellen eines Buchstabens in einem Wort, um Bedeutungen zu irritieren. Die Buchstaben wurden mit Hilfe von Schablonen auf das Holz aufgemalt. Durch die rigorose Ausführung bluten die Lettern aus und unterstreichen damit den malerischen Effekt. Jede Malerei der Edition ist ein Unikat. Durch das Montieren auf eine Keilrahmenleiste wird die Malerei zu einem Objekt, welches an ein Protestschild erinnert und zur Benutzung einlädt.

Mario Hergueta, studierte 1988–1995 Kunstgeschichte und Bildende Kunst in Frankfurt und Mainz und war Meisterschüler in der Bildhauerklasse von Prof. Ansgar Nierhoff an der heutigen Kunsthochschule Mainz, 2013 bis 2014 Lehrauftrag ebenda. Arbeitsstipendien an der Casa Baldi (Deutsche Akademie Rom Villa Massimo) sowie der Stiftung Kunstfonds Bonn.


Lange Tage # 7

Bea Emsbach, Der Mantel
Aquarell, 30 cm x 40 cm, 2019, 1850,– € gerahmt

Bea Emsbach, *1965 in Frankfurt am Main. Arbeiten auf Papier, Skulpturen und Objekte.

Die Ambivalenz zwischen Nähe und Distanz war von Anfang an eines der Grundmotive, das sich durch ihre Werkphasen zieht. Gerade in dieser Hinsicht empfinde sie diese Zeit als besonders bedrückend. Welchen Stellenwert die Nähe zu vertrauten Menschen, die Umarmungen und auch die kleinen flüchtigen Berührungen im Alltag für das eigene seelische Gleichgewicht haben, wird in diesen Wochen schmerzlich bewusst. Zugleich sind wir derzeit angehalten, der physischen Nähe im Alltag zu misstrauen, sie zu vermeiden und gar zu fürchten und uns auf kleinste Kerneinheiten zurückzuziehen. Wird diese Zeit sich auf unseren künftigen Umgang mit Nähe und Miteinander langfristig auswirken und wie lange werden wir brauchen – nach dieser Zeit – um diese Verbundenheit im Alltag wieder ohne Vorbehalte erleben zu können? „Der Mantel“, eine Arbeit in der das menschliche Bedürfnis nach Schutz, Bindung und Verbundenheit mitschwingt.


Lange Tage # 6

Nele Waldert, Kleine Büste
2019 Polymergips und Glas, 22 × 14 × 15 cm, Unikat, 1200,– €
Foto: Klaus Stevens, Kaarst

Nele Waldert, *1964, lebt und arbeitet in Düsseldorf. 1986-1994 Ausbildung an der Meisterschule für Bildhauerei in Graz/Österreich und den Kunstakademien München und Düsseldorf, mit Meisterschülertitel bei Fritz Schwegler. 1997-2018 verschiedene Preise und Wettbewerbe u.a. Preis der Darmstädter Sezession, sowie Lehraufträge für Bildhauerei an der Kunstakademie Düsseldorf und der Universität Paderborn.


Lange Tage # 5


Alfons Holtgreve, Weiter erhöhte Achtsamkeit
04/2020, Cut out, 250,– €

Alfons Holtgreve, *1953 in Warburg/Westfalen, Studium der Kunstgeschichte in Bochum, Studium der visuellen Kommunikation an der Kunsthochschule Kassel (u.a. bei Jan Lenica, Hans Hillmann, Gunter Rambow); 1989-1994 Gastprofessur an der HfG Offenbach (Illustration), 1994-2004 Gastprofessur Kunsthochschule Kasse (Schwerpunkt Illustration); Arbeiten für FAZ, S.Fischer, dtv, Nike, Philips, FAS, Lufthansa u.a.; Lebt und arbeitet in Warburg


Lange Tage # 4

Frank Kunert, Privatsphäre
2017, Lambda-Print, ca. 18 cm x 13 cm, mit Passepartout und Rahmen 30 cm x 30 cm,
150,– €

Frank Kunert, *1963 in Frankfurt am Main, begann ab Mitte der Neunzigerjahre mit dem Gestalten und Fotografieren von Miniaturkulissen. Seine Bilder und Modelle wurden in vielen Ausstellungen im In- und Ausland gezeigt. Beim Hatje Cantz Verlag sind die Bildbände Verkehrte Welt, Wunderland und Lifestyle erschienen. Frank Kunerts Arbeiten erhielten mehrere Auszeichnungen, unter anderem den Deutschen Fotobuchpreis.


Lange Tage # 3

Sebastian Rogler, Desolation Row
17.4.2020, 23,5 × 17 cm, Öl/Collage auf Pappe, EUR 650,– €

Hatte mich da mal kundig gemacht, wie es zu diesen “schnabelmasken” kam. ich hatte immer gedacht, der SCHNABEL sei so eine art allegorie auf den tod. wars ja aber gar nicht, die hatten da, in einer genähten wurst vor dem mund, kräuter drin, von denen sie dachten, sie helfen. beachtlich immerhin: die menschen wussten und ahnten wohl, dass sich das BÖSE – die pest – offenbar über die aerosole verbreitet. der odem also. da lagen sie also, ohne es wissen zu können, völlig richtig. wär ich bildhauer, ich würde so eine kräuterwurst mal nachbilden. aber auch mit humor, versteht sich. beim machen hörte ich Bob Dylans “Desolation Row”. Also die “Gasse der Verzweiflung”: genau so geht es mir in der einordnung dieses neuen virus, der für mich auch exakt diese unsere jetzige zeit (sonderbarerweise…) spiegelt.

Sebastian Rogler *1961, studierte nach seiner Ausbildung zum Restaurator Freie
Grafik und Malerei in Stuttgart lebt und arbeitet heute in Hagelloch und Berlin.


Lange Tage # 2


Gerlinde Zantis, Dépt 07/Bois de Païolive XIV
2020, Zeichnung, Farbstift, 32 × 22 cm, 950,– €

Gerlinde Zantis, *1963, Studium in Aachen mit dem Schwerpunkt Zeichnung. Zahlreiche Ausstellungen und Preise im In- und Ausland. Lebt und arbeitet in Aachen und Friedrichshafen.


Lange Tage # 1

Jan Thomas, Chiroptera II
2020, Keramik, ca. 40 × 40 × 12 cm, 1500,– €

Jan Thomas wurde 1970 in Salzgitter geboren. Er studierte an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein, Halle, an der Athens School of Fine Arts und an der ENSB-A Paris. Er hat zahlreiche Stipendien und Preise erhalten und stellt europaweit in Museen, Kunstvereinen und Gale­rien aus.