Neues hinter jeder Ecke

Historische (Kinder-)Spiele: Folge 1

+++ WÜRFELN WIE DIE LANDSKNECHTE! +++

Langweilig? Das war es den Landsknechten in der Rüsselsheimer Festung auch ganz häufig. Um sich die Zeit zu vertreiben, spielten sie „Glückshaus“. Bei diesem Würfelspiel kann man Schwein haben oder gekrönt werden. Die Landsknechte grunzten und becherten dabei! Lust zum Spielen bekommen? Alles Benötigte findet sich in der Wohnung – keiner muss dafür das Haus verlassen!

Zunächst wird das Spielfeld gebraucht, das sich ganz leicht auf Papier nachzeichnen lässt. Ein Haus mit neun Zimmern und einem Dach. Jedes Zimmer trägt eine Nummer (3 bis 11) und im Dachgeschoss sind eine Krone und die 12 untergebracht. Vor dem Haus findet sich ein Schwein bei der 2 ein. Nun müssen noch ineinander verschlungene Ringe in Raum Nr. 7 und ein Becher in Raum Nr. 4 eingezeichnet werden und schon ist das Glückshaus einsatzbereit!

Dann braucht es nur noch zwei Würfel und drei „Edelsteine“ pro Spieler. Wer keine Edelsteine herum liegen hat, kann Münzen, Kastanien oder Spielsteine eines anderen Brettspiels als Ersatz hernehmen.

Die Spielregeln gibt es am Seitenende zum Download.

Wir wünschen viel Spaß beim Spiel und empfehlen beim Würfeln einer 4 bei Apfelschorle zu bleiben und nicht wie die Landsknechte Bier oder Wein zu kippen!

glueckshaus_500x_hell_ausgeschnitten_1.png


———————————————————————————————————————————

maus_600x.jpg


Historische (Kinder-)Spiele: Folge 2

+++ DIE MÄUSE SIND LOS! +++

Genug gewürfelt! Heute geht es mit der Taschentuchmaus tierisch weiter. Sie ist ein echter Dauerbrenner, findet sie sich in historischen Spielebüchern doch genauso wie in gegenwärtigen Online-Tutorials wieder. Im „Illustrierten Spielbuch für Kinder“ aus dem Jahr 1902 ist gleich noch ein Tipp vermerkt, wie mit der Stoffmaus zu spielen ist:

„Das fertige Mäuschen setzt sich die Mutter oder eines der älteren Geschwister auf die innere rechte Hand, deren Finger etwas gekrümmt werden; dann streichelt sie ein Weilchen mit der Linken den Rücken des Mäuschens und schnellt es plötzlich durch eine rasche Bewegung der rechten Finger einem Kind in den Schoß, worüber dieses zwar etwas erschrickt, sich aber dennoch herzlich freut.“

Um die niedliche Maus zu zaubern, wird lediglich ein dünnes quadratisches Stück Stoff benötigt. Am besten eignet sich dafür ein großes Herrentaschentuch. Ruckzuck lässt sich daraus mit ein paar geschickten Handgriffen ein kleiner Spielgefährte falten. Damit das Mäuschen nicht einsam ist, plädieren wir für ein Rudel weißer Mäuse!

anleitung_maus_horizontal_600x.png


Faltanleitung Taschentuchmaus

1. Das Taschentuch wird zu einem Dreieck zusammengelegt und anschließend die gegenüberliegenden Ecken eingeschlagen (Abbildung ganz links).

2. Der übereinandergeschlagene Teil des Tuchs wird fest zusammengerollt, bis von der dritten Ecke nur noch wenig zu sehen ist (Abbildung Mitte links).

3. Die beiden Enden der Wulst werden nun rückseitig übereinandergelegt (Abbildung Mitte rechts).

4. Jetzt wird die überstehende dritte Ecke über die beiden aneinandergelegten Wulstenden geschlagen und stetig nach innen gedreht. Solange, bis die zwei Ecken, die im ersten Schritt eingeschlagenen wurden, wieder zum Vorschein kommen (Abbildung rechts).

5. Aus den beiden Ecken werden Kopf und Schwanz der Maus. Für den Kopf wird ein Knoten geknüpft und die beiden Knotenenden werden zu Mäuseohren.

Fertig ist die Taschentuchmaus!



Abbildungen: Ida Bloch, Illustriertes Spielbuch für Kinder. Unterhaltende und belustigende Spiele und Beschäftigungen für kleine Kinder im Zimmer sowie im Freien, Leipzig: Spamer 21902, S. 22f.