Neues aus der Sammlung

Neues aus der Sammlung

Dieses Kästchen aus Nussbaumholz sieht auf den ersten Blick aus wie eine Schmuckschatulle. Hebt man jedoch den Deckel an, dann offenbart sich das Geheimnis dieses kleinen Schatzes aus unserer Sammlung. Was wie ein rustikaler Plattenspieler wirkt, ist tatsächlich ein sogenanntes Polyphon, das um 1895 in der Werkstatt „Kalliope“ in Leipzig gefertigt wurde. Es handelt sich dabei um eine aufziehbare Spieluhr mit auswechselbaren Platten. Statt auf einer Walze ist die „Musik“ hier auf einer Blechplatte mit eingestanzten Noppen auf der Unterseite “programmiert”. Wird die Platte in Bewegung versetzt, betätigen diese Noppen den Spieluhrenkamm, wodurch Töne und Melodien entstehen. Musik jeden Genres von welchem Interpreten auch immer in jeder Lebenslage einfach aus einem kleinen Gerät aus Plastik, Metall und Glas mit ein paar Kopfhörern oder einem Lautsprecher zu ziehen, das war um die Wende zum 20. Jahrhundert undenkbar. Aber das Bedürfnis, sie mechanisch zu reproduzieren, war immer schon riesengroß.

Bei dem Musikstück handelt es sich um den „Ballsirenen-Walzer“ aus der Operette „Die lustige Witwe“ von Ference Lehár, welche 1905 uraufgeführt wurde.

Und so funktioniert das Polyphon:
Die in der Spieluhr verbaute Feder wird mit einer Kurbel aufgezogen, danach wird die Blechplatte aufgelegt und mit dem Messing-Tonarm fixiert. Mit einem Hebel an der Seite wird die Feder gelöst, sodass sie sich entspannen kann und die Blechplatte in Bewegung versetzt. Über den Hebel kann der Musikliebhaber regeln, ob die Platte einmal oder mehrmals durchlaufen soll, bis sich die Feder gänzlich entspannt hat.

Wie das am Ende klingt? Hören Sie selbst: