StadtMuseum inklusive

Licht und Schatten, Material und Oberfläche: Urban Sketching-Workshop in Rüsselsheim

Mit Papier und Stiften machten sich auch in diesem Jahr Teilnehmerinnen und Teilnehmer eines inklusiven Urban Sketching-Workshops des Stadt- und Industriemuseums in Rüsselseim auf, gemeinsam die Stadt aus neuer Perspektive zu entdecken. An drei Samstagen kam eine Gruppe aus Menschen mit und ohne Beeinträchtigung – angeleitet von den Illustratorinnen Clara Schuster, Jenny Adam und Katja Rosenberg – an zentralen Orten zusammen und probierte neue Zeichentechniken aus.
Das erste Treffen am Friedensplatz stand unter dem Motto „Formen sehen und vereinfachen“. Der von Geschäftshäusern und Straßen geprägte Platz bot eine interessante Kulisse für Zeichenexperimente mit Bunt- und Bleistiften. Auf das Wesentliche reduziert, prägten Umrisse und Linien der Gebäude, Ampelanlagen und Straßenschilder die Bilder. Nach einem heftigen Gewitter fanden auch Schirme, Vordächer und Bushaltestellen, unter denen die Teilnehmenden Schutz vor dem Regen gesucht hatten, als neue, reizvolle Motive ihren Platz auf dem Papier.

Am zweiten Samstag traf sich die Gruppe zum Thema „Material und Oberfläche – Stein und Metall. Mattes und Glänzendes zeichnen“ im Innenhof des Stadt- und Industriemuseums. Erfolgreich „zauberten“ die Teilnehmenden mit Hilfe der „Frottagetechnik“ sowie Kugelschreibern und Grafitstäbchen die unterschiedlichen Oberflächen im Festungshof auf ihr Bild: Mit welch einfachen Mitteln sich tolle, lebendige Effekte erzielen lassen, überraschte alle. Anschließend ging es in die Ausstellung, wo das Zeichnen der Oberflächen einzelner Exponate im Mittelpunkt stehen sollte. Am Ende erschienen die Museumsstücke in ganz neuem Licht und Überraschungen waren garantiert.

„Fläche und Linie, Licht und Schatten“ hieß die Überschrift für den dritten Workshoptag am Marktplatz. Ganz nach ihren eigenen Vorlieben gestalteten die Teilnehmenden Häuser, Bäume oder auch einzelne Straßenszenen mit Grafitstäbchen oder weißen Stiften auf farbigem Papier und arbeiteten die Formen heraus. Welche lebendigen und unverwechselbaren Zeichnungen dabei im Urban Sketching gelingen können, bewies ein Blatt, das einen Straßenhändler zeigte: Auf dem Papier noch als Motiv festgehalten, war er in der Realität längst weitergezogen.