Wir sind Stadtgespräch

Neue Dauerausstellung eröffnet!

Schaustücke erzählen von Alltag und Arbeit in der Industriellen Revolution

Lebenswege aus der entstehenden Industriegesellschaft begleiten die Besucherinnen und Besucher des Stadt- und Industriemuseums Rüsselsheim durch die am Sonntag neu eröffnete Dauerausstellung. Nach der Sanierung des Südflügels der Festung Rüsselsheim als Standort des Museums und einer zweijährigen Planungs- und Realisierungsphase erkundeten über 500 Gäste die Schau. Sie brachten mit Muskelkraft an einer Kurbel die Medienstation zur Wagnerwerkstatt in Schwung oder erarbeiteten sich die vielfältigen Schritte zum Anlassen eines Opel-Torpedo. Selbst Hand anlegen und ausprobieren gehört beim Lernen und Erleben im Museum dazu.

Als Sinnbild für den schaffenden Menschen und als Einstieg in das Dorfhandwerk trifft man zunächst den Schmied am Amboss. Seine Arbeit wird gleich eingangs in einem Schattenriss präsent. Diese Filmprojektion bildet in einem weithin sichtbaren Bogen zugleich eine große optische Klammer: Am anderen Ende des Raumes findet sie ihr Gegenstück in einem Schattenfilm, der drei Arbeiter am Fließband zeigt. Dazwischen führen zwei Wege durch die Entwicklung der Industrie vor Ort und im Wechselspiel durch die Herausforderungen für Leben und Versorgung der wachsenden Stadt. Rund um das Fließband entspinnt sich die Geschichte von Aufbrüchen, Krisen und Kriegen der Geschichte des 20. Jahrhunderts.

Viele Rüsselsheimer und Rüsselsheimerinnen brachten ihre Erinnerungen, Familiengeschichten und persönlichen Objekte ein. Tatkräftige Unterstützung kam von Vereinen, Sammlern und Sammlerinnen. So etwa sang der traditionsreiche Rüsselsheimer Volkschor für eine Hörstation die „8-Stunden-Marseillaise“ ein. Zum Konzept gehört auch, Biographien von wichtigen historischen Akteuren wie den Opels, aber auch von Arbeiterfamilien, Handwerkern oder Widerständlern aufscheinen zu lassen. Große Geschichte wird so in ganz konkreten Schicksalen nachspürbar.

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