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Kriegsleid im Gegenlicht

Künstlerenkel spendet Kirchenfenster für Museum

Dank einer großzügigen Objektspende durch Herrn Alexander Linnemann, Enkel des Glaskünstlers Prof. Otto Linnemann und Hüter des Familienarchivs, konnte ein bisher nur in Fragmenten vorhandenes Großobjekt des Stadt- und Industriemuseums ergänzt werden. Dabei handelt es sich um die ehemaligen Buntglas-fenster der evangelischen Stadtkirche Rüsselsheim aus der Werkstatt des Frankfurter Künstlers.
Als Ludwig Opel, der jüngste Spross des Firmengründers, im Ersten Weltkrieg fiel, hinterließ er der evangelischen Stadtgemeinde eine Stiftung. Mit deren Hilfe finan-zierte diese unter Leitung von Pfarrer Emil Fuchs eine Serie von Buntglasfenstern. 1917 geschaffen und 1921 in die Stadtkirche eingebaut, versuchten sie, dem Kriegsleid einen patriotischen Sinn zu geben.
Im Zuge der Renovierung des Südflügels der Festung Rüsselsheim überarbeitet das Stadt- und Industriemuseum weite Bereiche seiner Dauerausstellung nach dem Motto „nicht alles neu, aber vieles besser“. Teile von dreien der Kirchenfenster waren schon in der alten Ausstellung zu sehen, wichtige Stücke – wie der Korpus des gekreuzigten Jesus, zentrales Element der Szene – konnten aber nur als Nachdrucke eingefügt werden.
Bei den Recherchen im Rahmen der Ausstellungsüberarbeitung gelang es dem Museumsteam nun, mit Hilfe der Kunsthistorikerin Bettina Schüpke, weitere Fragmente im Linnemann-Archiv in Frankfurt aufzuspüren.

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